Weiterbildung FÜTTERN kompakt
Fachtherapeut/in Störungen der Nahrungsaufnahme bei Säuglingen und Kleinkindern
Start: 20. März 2026Späteinsteig ggf. auf Anfrage möglich!
In kaum einem Lebensalter gilt „Essen und Trinken halten Leib und Seele zusammen“ so sehr wie bei Säuglingen und Kleinkindern. Ohne eine gelingende Ernährung können Kinder sich weder physisch noch psychisch entwickeln. Durch die Zunahme lebensrettender medizinischer Maßnahmen für zu früh geborene Kinder entstanden in den letzten Jahrzehnten neue Anforderungen in der Betreuung dieser Kinder. Auch bei vielen anderen Kindern werden Störungen der Nahrungsaufnahme mit zunehmender Häufigkeit beobachtet. Daher sind LogopädInnen und SprachtherapeutInnen sowohl in Kliniken als auch in der ambulanten Betreuung gefordert, Eltern und Kinder langfristig zu unterstützen.
Theoretische Grundlagen
- Ernährungsentwicklung von 0-2 Jahren
- Anatomie und Entwicklung des Trachealtraktes
- Ursachen und Terminologie von kindlichen Schluckstörungen
Diagnostik und Theorie
- allgemeine und apparative Diagnostik
- Trachealkanülen und Sonden bei (Klein-)Kindern
- Frühgeborene und Säuglinge auf der neonatologischen Intensivstation
- Einführung von Breikost und fester Kost
- Videobesprechungen
- Therapieplanung nach ICF-Kriterien
- Ganzheitliche Therapieansätze
Praktische Erfahrungen
- Hospitationen
- Intervisionen
Falldokumentation
- Anfertigen einer Abschlussarbeit eines eigenen Falles
- Vorstellung dieser in einem abschließenden Kolloquium
Preis:
grundständig: 2500,- Euro
Aufbau* 1900,- Euro
Ratenzahlung möglich!
Zielgruppe:
LogopädInnen und SprachtherapeutInnen
Umfang:
Seminare an 6 Wochenenden (verteilt auf 1 Jahr) + Intervisionen Hospitationen, Selbststudium
*für bereits zertifizierte FachtherapeutInnen DYSPHAGIE kompakt
Seminare passend zum Thema
Im Seminar soll eine Abgrenzung von orofazialen Störungen, Fütterstörungen und kindlicher Dysphagie (Päddysphagie) vorgenommen werden. Jedes einzelne Störungsbild ist vielschichtig und wird für sich ausführlich in Diagnostik und Therapie präsentiert. Auch soll thematisiert werden, inwieweit sich die Störungsbilder gegenseitig beeinflussen können. Im Praxisteil des Seminars wird die Behandlung der verschiedenen Störungsbilder der kindlichen Ernährung dargestellt.Dies umfasst u.a. die Stimulation des Saugens, angepasste Fütterpositionen sowie die Einführung neuer Konsistenzen. Auch Behandlungsmöglichkeiten der kindlichen Dysphagie, z. B. bei infantiler Zerebralparese, werden vorgestellt. Diagnostik und Therapie werden zum einen anhand vieler Video- und Fallbeispiele veranschaulicht. Zum anderen erfolgt die Anleitung zur Behandlung in der Gruppe per Video. Über Erfahrungen in der Therapie von Kindern mit PEG und Trachealkanülen kann diskutiert werden.
Kindliche Sprachstörungen treten häufig in Zusammenhang mit weiteren Entwicklungsverzögerungen auf und zeigen somit nicht selten den Charakter eines ganzen Syndromkomplexes, dessen ätiologische und symptomatologische Zuordnung, aber auch therapeutische Intervention eine schwierige Aufgabe darstellen. Das Konzept der Sensorischen Integration beleuchtet wesentliche Vorläuferfähigkeiten der Sprachentwicklung und stellt ein ganzheitliches Therapieverfahren mit dem Schwerpunkt der basalen Wahrnehmungsförderung und -integration dar. In dieser Veranstaltung werden1. die Grundlagen der Sensorischen Integrationstheorie vermittelt,2. die Basissinne in ihrer Bedeutung für Sprachentwicklungsprozesse beleuchtet,3. sensorisch-integrative Dysfunktionen, die im Zusammenhang mit Sprachstörungen auftreten, anhand von Fallbeispielen verdeutlicht,4. Kriterien zur Anamnese und Diagnostik vorgestellt,5. inhaltliche Aspekte der Sensorischen Integrationsbehandlung in der sprachtherapeutischen Praxis vermittelt (Therapiebeispiele, Vorstellung der Therapiematerialien).
Dieses Praxis-Seminar beinhaltet konkrete Therapieanregungen, Spiele, Material-, Musik- und Literaturtipps, aufbauend auf folgenden Bereichen: taktile Wahrnehmung und Körperschema, auditive und visuelle Wahrnehmung, Mundmotorik und Lautanbahnung. Die TeilnehmerInnen sollten also Lust zum Spielen und Ausprobieren mitbringen. Das Wissen um die Sensorische Integration gibt vielen bekannten SEV-Therapieinhalten eine neue Richtung und weitet die Grenzen der Sprachtherapie aus, ohne jedoch die speziell logopädischen Ziele aus dem Blick zu verlieren. Am ersten Tag bilden die oben genannten Bereiche jeweils eine Arbeits- (besser gesagt: Spiel-)Einheit, wobei immer der Zusammenhang zur Sprachförderung hergestellt wird. Am zweiten Tag wird ein Aspekt der taktilen Wahrnehmung und des Körperschemas vertieft, nämlich inwiefern Handmotorik im weitesten Sinne (Sensibilität, Handgeschick, Malentwicklung, Menschzeichnung) einen positiven Einfluss auf die Sprachentwicklung hat und wie diese in der Therapie mit Hilfe der Sensorischen Integration umgesetzt werden kann. Ein Büchertisch gibt Überblick über die aktuelle Literatur.
Dieses Seminar baut das Thema „Mund-, Ess- und Trinktherapie“ systematisch auf. Die TeilnehmerInnen erhalten einen Überblick über die theoretischen Hintergründe und können anhand von PatientInnenvideos den diagnostischen Blick schulen. Ein achtseitiger Anamnese- und Diagnostikbogen soll helfen, die vielen Aspekte einer Orofazialstörung zu erfassen; so wird auch eine eventuell begleitende Essverhaltensstörung angesprochen, da Essen nie nur Funktion, sondern immer auch Kommunikation bedeutet. Im praktischen Teil, der den Großteil des Seminars ausmacht, sollen die TeilnehmerInnen konkret erfahren, was Sensorische Integrationstherapie im Rahmen von Mund- und Essbehandlung bedeutet. Dazu gehören auch das Essenanreichen (Löffelnahrung, Getränk), die Mundstimulation und das therapeutische Zähneputzen. Durch die Vorstellung verschiedener Löffel, Becher, Sauger, Flaschen und Schnuller werden Entscheidungshilfen gegeben, für welches Alter, Störungsbild, etc. welche Hilfsmittel geeignet sind. Ein Büchertisch gibt einen Überblick über die aktuelle Literatur. Am Ende des Seminars soll jede/r TeilnehmerIn mit einem „Rüstzeug“ nach Hause gehen, das dazu beiträgt, Orofazialstörungen zu erkennen, einzuschätzen und zu behandeln.
Frühchen und Kleinkinder stellen ÄrztInnen, Kinderkrankenschwestern und Eltern immer wieder und immer öfter vor erhebliche Herausforderungen: Es klappt nicht mit dem „Saugen“. Bei kleinsten Frühgeborenen wird dann die Sonde eingesetzt. Ist die akute Situation überwunden, bleibt die Sonde bisweilen liegen, wenn die Ernährung über die Saug- und Schluckreaktion nicht gelingt. Auch im späteren Verlauf zeigen viele dieser Kinder kaum Interesse am „Löffelessen“ und/oder jeglicher „Trinkform“ - sehr oft zeigen sie eine komplette Verweigerung der Nahrungsaufnahme. Aber auch die Säuglinge, die „knapp“ an der Sonde vorbeirutschen, Saugen, Essen und Trinken als eine Qual empfinden, werden mit „Flasche reinstopfen“ und „Druck“ an die Eltern von den Stationen entlassen! In den meisten Fällen werden die Eltern mit dieser Problematik alleine gelassen - es fehlt die genaue Diagnostik und es gibt keine fachlich kompetente Beratung. Solch ein Start ins Leben stellt fast immer ein Entwicklungsrisiko dar. Orale Dysfunktionen in der Geschmacksdifferenzierung, fehlende Kauentwicklung sowie eine massive Gefährdung der Sprechentwicklung sind zu erwarten. Dieses Seminar zeigt Möglichkeiten der frühen „Sondenbegleitung“auf.Vorgestellt werden Schritte, die zur Stabilisierung der „Mundaura“ notwendig sind, damit überhaupt eine Sondenentwöhnung gelingen kann! Ebenfalls werden therapeutische Maßnahmen und Techniken auf neurophysiologischer Basis vorgestellt.