Phonationsatmung: einfach. praktisch. aap!
Die AAP® (Atemrhythmisch Angepasste Phonation) gehört zu den führenden und am häufigsten eingesetzten Methoden in der Stimm- und Sprechtherapie. Sie bietet deutlich mehr als nur eine wirksame Atemtechnik oder einzelne Stimmübungen. Daher eignet sich eine Orientierung an der AAP® für die stimmtherapeutische Vermittlung der Grundfunktionen. Das gesamte Konzept besticht durch die wechselseitige Verknüpfung technischer und intentionaler Faktoren und bietet eine Unmenge an Übungen. Diese folgen dem „gesunden Menschenverstand" und orientieren sich leicht nachvollziehbar an der Physiologie. Die PatientInnen erfahren von Beginn an und mit Hilfe vieler Aha-Effekte unmittelbaren Nutzen. Beste Voraussetzungen für eine hohe Motivation!
Für die Qualität von Stimme und Artikulation ist die Qualität der Atmung eine wesentliche Bedingung. Es geht um ein feines Zusammenspiel: die elastischen Kräfte von Kehlkopf und Artikulationsorganen einerseits mit dem gezügelten Ausatemstrom und der verkürzten Einatmung andererseits.
Die AAP® bietet dafür auf der Grundlage der Forschungsergebnisse von Horst Coblenzer und Franz Muhar in den 60er Jahren ein nach wie vor überzeugendes Funktionsverständnis und daraus folgend einfache und leicht im Alltag umsetzbare Verhaltensleitlinien.
Insbesondere bilden die Definitionen von „Inspiratorischer Gegenspannung“ (Stütze) und „Abspannen“ (Phonatorischer Einatemreflex) in ihrer Klarheit und Einfachheit eine hervorragende, wissenschaftlich gestützte Grundlage für die Atemarbeit im Zusammenspiel mit Stimme und Artikulation.
Allerdings hat sich im Laufe der Zeit beim Einsatz der überlieferten Übungen und im Funktionsverständnis eine Praxis eingebürgert, die die Leichtigkeit und den erfolgreichen Transfer erschwert. Hierzu zählen insbesondere
- ein Funktionsverständnis der Atemphysiologie, das die natürliche Ausatemzügelung erschwert,
- eine zu ungenaue Umsetzung der für das Abspannen nötigen Rahmenbedingungen und Stimuli,
- eine zu starke Fokussierung auf die Bauchdecke bei der Verdeutlichung und Erarbeitung des Abspannens und
- ein zu ungenauer Einsatz schrittmachender Gesten und anderer Hilfsmaterialien.
In diesem Seminar wird das Funktionsverständnis anhand von Übungsbeispielen und Videoaufzeichnungen erlebbar. Einfache Einstiegs- und differenzierte Hochleistungsübungen runden das Gesamtbild ab. Fragen und praktische Beispiele der TeilnehmerInnen sind herzlich willkommen.
Bitte beachten Sie: Anmeldungen können nur während unserer Bürozeiten MO-DO 08:00-16:00, FR 08:00-13:00 Uhr bearbeitet werden.
- Schürmann, Uwe (2010): Vorlesen und Vortragen leicht gemacht, Ernst Reinhardt Verlag, München
- Schürmann, Uwe (2010): Mit Sprechen bewegen - Stimme und Ausstrahlung verbessern mit atemrhythmisch angepasster Phonation, 2. Aufl., Ernst Reinhardt Verlag, München
- aap-Übungskarten, ProLog, Köln
230,00 €
nur noch wenige Plätze
| Seminar-Nr.: | 2645-OND |
|---|---|
| Seminarort: | Online |
| Datum: | Fr. 06.11.2026 | 10:00 - 18:30 |
| Punkte: | 9 |
| Theorie: | 4 |
| Praxis: | 5 |
Über Uwe Schürmann
Lehrlogopäde, Sprechwissenschaftler (DGSS), AAP-Lehrtrainer
Nach der Ausbildung zum Logopäden (1987) und dem Studium der Sprecherziehung (1990) in Münster arbeitet Uwe Schürmann seit Beginn der 90er Jahre als Lehrlogopäde und Schulleiter in Logopädieschulen. Über 15 Jahre arbeitete er als Sprecherzieher an den Theatern Münster und Osnabrück. Er ist Lehrbeauftragter der Universität Münster und übt eine umfangreiche Seminartätigkeit aus: im Rahmen des Instituts für Manage-ment-Entwicklung in Bielefeld (IME) sowie den Beyer&Wilmer-Seminaren in Olpe, in Lektorenschulungen im Bistum Münster und mit Stimmtrainings und Rhetorikseminaren in zahlreichen Firmen und Behörden (insbe-sondere für die Bundesagentur für Arbeit und die Deutsche Bahn AG). Zusammen mit seinem Ensemble „Tö-nende Texte“ tritt er seit vielen Jahren zusätzlich als Rezitator auf.
Uwe Schürmann wurde 1990 Assistent von Prof. Dr. Horst Coblenzer. Als Gründungspräsident der Deutschen und Präsident der Internationalen Vereinigung für Atemrhythmisch Angepasste Phonation nach Coblen-zer/Muhar hat er seit 2000 die AAP weiterentwickelt und in Trainerausbildungen vermittelt. Zudem ist er Autor von Fachbüchern und zahlreichen Zeitschriftenbeiträgen zu den Themen „Stimme“, „Stimmcoaching“, „Stimmtherapie“ und „AAP“.