ESKOPA-TM: Evidenzbasierte Therapieanleitung bei Aphasie
Das Therapiemanual „Evidenzbasierte sprachsystematische und kommunikativ-pragmatische Aphasietherapie (ESKOPA-TM)“ (Grewe et al., 2020) mit seiner engen Verzahnung von Diagnostik und Therapie erlaubt ein hochsystematisches und wirksames therapeutisches Vorgehen. Basierend auf dem „Sprachsystematischen Aphasiescreening (SAPS)“ (Bruehl et al., 2022) und seinem Pendant, dem „Kommunikativ-pragmatischen Screening (KOPS)“ (Glindemann et al., 2018), können individuelle therapeutische Schwerpunkte festgelegt sowie eine Überprüfung der Therapieeffekte nach Abschluss einer Therapiephase vorgenommen werden. In Analogie zum sprachsystematischen Screeningverfahren SAPS sind entsprechende Therapieinhalte systematisch nach Sprachdomänen (Phonologie, Lexikon, Syntax), Modalitäten (rezeptiv, expressiv) und Schwierigkeitsgraden (niedrig, mittel, hoch) gegliedert. In vergleichbarer Weise beziehen sich die partizipationsorientierten Inhalte der Therapie auf das KOPS mit seinen Aufgaben zu Wortverständnis im Kontext, Referieren auf Alltagsobjekte, basale kommunikative Handlungen, Vermitteln persönlicher und allgemeiner Informationen sowie komplexe kommunikative Handlungen in Einzelhandlungen und Rollenspielen.
Dieses Seminar legt den Schwerpunkt auf die Anleitung von SAPS- und KOPS-basierter Therapie anhand von ESKOPA-TM. Zunächst wird die Erhebung des Leistungsprofils zur Identifikation möglicher Therapieschwerpunkte kurz erläutert (Seminare mit Schwerpunkt SAPS-Diagnostik, teilweise mit Darstellung diverser sprachsystematischer Therapieoptionen, werden getrennt angeboten). Basierend auf diesen grundlegenden Kenntnissen zur Therapieableitung werden Hintergrund, Prinzipien und Inhalte intensiver Therapie nach ESKOPA-TM, das kontinuierliche Monitoring der Leistung in den Therapiesitzungen sowie die Anpassung der Schwerpunkte je nach festgestellter Leistungsentwicklung im Therapieverlauf (Progression und Regression) übersichtlich und exemplarisch dargestellt. Auch werden die Möglichkeiten der individuellen Anpassung und der optimalen Erweiterung im ESKOPA-Therapieschema vorgestellt, um den TeilnehmerInnen zu einem flexiblen Umgang mit ESKOPA-TM im klinischen Alltag zu verhelfen.
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Bruehl, S., Huber, W., Longoni, F., Schlenck, K.-J. & Willmes, K. (2022). Sprachsystematisches Aphasiescreening (SAPS). Göttingen: Hogrefe.
Glindemann, R., Zeller, C. & Ziegler, W. (2018). KOPS - Kommunikativ-pragmatisches Screening für Patienten mit Aphasie. Untersuchung verbaler, nonverbaler und kompensatorisch-strategischer Fähigkeiten. Hofheim: NAT-Verlag.
Grewe, T., Baumgärtner, A., Bruehl, S., Glindemann, R., Domahs, F., Regenbrecht, F., Schlenck, K.-J. & Thomas, M. (2020). Evidenzbasierte sprachsystematische und kommunikativ-pragmatische Aphasietherapie (ESKOPA-TM). Göttingen: Hogrefe.
220,00 €
freie Plätze vorhanden
| Seminar-Nr.: | 2747-ONB |
|---|---|
| Seminarort: | Online |
| Datum: | Fr. 26.11.2027 | 09:30 - 17:30 |
| Punkte: | 8 |
| Theorie: | 3 |
| Praxis: | 5 |
Über PD Dr. Stefanie Brühl
Priv.-Doz. Dr. Stefanie Brühl (geb. Abel):
2001 Magisterabschluss in Deutscher Philologie, Philosophie und Politischer Wissenschaft. 2002-2003 klinische Arbeit als Sprachtherapeutin und 2003-2006 Promotionsstipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes. 2006-2014 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Uniklinikum Freiburg und am Universitätsklinikum RWTH Aachen (UKA). 2007 Promotion. Beginnend mit ihrer Habilitation 2012 bis 2021 Privatdozentin am UKA. 2013-2014 Stellvertretende Leiterin der Sprachambulanz am UKA und Professorin für Neuropsychologie und Neurolinguistik der SRH Fachhochschule für Gesundheit Gera. 2015 Anerkennung als Klinische Linguistin (BKL). 2015-2019 Clinical Senior Lecturer in Cognitive Neuroscience of Speech and Language an der University of Manchester (UoM). 2019-2025 Leiterin der Sprach- und Musiktherapie an der Mauritius Therapieklinik in Meerbusch sowie bis 2022 Honorary Clinical Senior Lecturer (UoM). 2021 Umhabilitation an die Medizinische Fakultät der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf. Derzeit Privatdozentin für Kognitive Neurowissenschaften und Medizinische Psychologie an der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf, Gastwissenschaftlerin in der Klinischen Kognitionsforschung am UKA (seit 2015) sowie selbständig tätig.
Arbeitsschwerpunkte: Entwicklung und Evaluierung neuer Methoden zur Diagnostik und Behandlung von Sprach- und Sprechstörungen bei Aphasie nach Schlaganfall und bei Demenz, basierend auf modelltheoretischen, computationalen und/oder neurowissenschaftlichen Grundlagen. Mitautorin u.a. von SAPS, ESKOPA-TM, Szenario-Test; Mitentwicklung der Leitlinie „Aphasie und Sprechapraxie“ (in Vorbereitung).